Traditionen / Sinn und Werte

Wir sind eine überkonfessionelle, öffentliche Einrichtung, in der Kinder aller Glaubensrichtungen gemeinsam betreut und gefördert werden. Auf diesem Hintergrund ist es uns ein Anliegen, das „Offensein für eine interkulturelle Lebensgemeinschaft“ zu fördern. Toleranz und Akzeptanz statt Ausgrenzung – das ist die wichtigste Orien-tierung in unserer Arbeit.

Wir vermitteln folglich keine gezielte Religionspädagogik, beziehen aber dennoch religiöse Feste und Traditionen in unsere Arbeit mit ein, da sie zur Lebenswelt der Kinder gehören.

Geburtstagsfeier mit KerzenTraditionen sind Überlieferungen von Kulturbesitz auf nachfolgende Generationen in mündlicher oder schriftlicher Form. Auch in unserer Einrichtung haben sich über Jahre hinweg verschiedene Traditionen entwickelt. Diese stellen gleichsam auch Höhepunkte im Jahr dar in Form der verschiedensten Feste und Feiern, welche gemeinsam mit den Kindern ausführlich vorbereitet werden.
In der Gruppe wird dazu erzählt, gesungen und musiziert und der Gruppenraum ent-sprechend dekoriert; passende Spielangebote ergänzen die Vorbereitung um die Inhalte vertieft wahrzunehmen.
Wiederkehrendes und sich Wiederholendes sind für die Kinder ein vertrauter Rhyth-mus. Zeitvorstellungen werden im Leben der Kinder nach besonderen Ereignissen eingeteilt. Gemeinsam mit den Kindern werden für folgende Festlichkeiten Zeit und Raum eingerichtet und gefeiert:

  • Erntedankfeier in der Kirche
  • St. Martins Fest/Laternenlauf
  • Advents- bzw. Weihnachtsfeier
  • Fasching
  • Ostern
  • Mutter- bzw. Vatertag
  • Schulanfängerausflug
  • Sommerfest
  • Geburtstage von Klein und Groß

Kinder  beim GottesdienstGemeinsam Feste zu gestalten und zu erleben fördert den Zusammenhalt von Kindern, Erziehungsberechtigten und dem Team des Schulkindergartens. Feste und Feiern machen die Abfolge des Jahres deutlich, geben Halt und Orientierung durch Rituale und Formen.

Rituale und Regeln als Orientierung
Kinder brauchen und lieben Rituale sowie festen Regeln, welche Sicherheit geben, um sich im Alltag zurechtfinden zu können. Dadurch dass Dinge und Handlungen eine Regelmäßigkeit aufweisen, kann man sie leichter aufnehmen und leichter verstehen. Vertraute Abläufe schaffen Geborgenheit und führen zu mehr Selbstver-trauen. Sie machen die Erfahrung, dass dieser Rahmen verlässlich ist und können sich deshalb entspannt dem Spiel und dem Lernen zuwenden. Die Kinder bekommen Mut zum Mitmachen, denn das was von einem erwartet wird, ist bekannt. Gleichzeitig tragen liebevoll gestaltete Rituale dazu bei, dass wir Dinge die wir jeden Tag tun, mit Wertschätzung und Aufmerksamkeit begegnen.

Ein erstes Ritual, mit dem der Tag beginnt, ist die Begrüßung. Wir legen besonderen Wert darauf, jedes Kind individuell mit Handschlag willkommen zu heißen. In dieser ersten Kontaktaufnahme spürt das Kind, dass es persönlich wahrgenommen wird und wir uns über seine Anwesenheit freuen. Oft entstehen kurze Gespräche, in denen das Kind wichtige Erlebnisse mitteilen kann. Auch die Verabschiedung am Tagesende vollzieht sich nach dem gleichen Ritual.

Nicht nur Rituale sondern auch feste Regeln gewährleisten ein positives Zusammenleben in einer Gruppe; neben Umgangsregeln verwenden wir feste Verhaltensregeln, um die Umkleidesituationen in der Garderobe, beim Schwimmen und auch den Toilettengang angenehm zu gestalten beispielsweise: vor und nach den Mahlzeiten Hände waschen, nach dem Anziehen auf den Bänken sitzend warten bis alle angekleidet sind um gemeinsam in den Garten gehen zu können, erst aufräumen bevor man sich dem nächsten Spielmaterial zuwendet …

Insgesamt vermitteln Rituale und Regeln den Kindern Sicherheit, geben Orientierung, geben Verlässlichkeit, strukturieren den Tagesablauf oder auch den Jahresverlauf.

Beispiel: Morgenkreis
Nachdem alle Kinder im Schulkindergarten eingetroffen, individuell begrüßt wurden, umgezogen und mit der Toilette fertig sind, treffen wir uns in der Gruppe zum Morgenkreis.

Ein Kreis ist etwas Rundes, Kantenloses. Er gibt jedem Kind das Gefühl des Angenommenwerdens, Aufgehobenseins und der Verbundenheit.

Wir begrüßen uns nochmals indem zunächst die Symbol-Namens-Karten gezogen, mit den Anwesenden verglichen und in die Anwesenheitsleiste eingesteckt werden.

Dann wählen und singen wir eines unserer Begrüßungslieder, bei denen alle Grup-penmitlied individuell in den Fokus gestellt werden, und orientieren uns am Wochen-kalender, welcher Tag ist – wir kommen an.

Wir tauschen Informationen aus, gestalten mit unseren Stundenplansymbolkarten den Tagesablauf und geben damit einen Überblick über geplante Angebote. Mit dem ersten wird dann noch während des Morgenkreises begonnen z.B. Betrachtung eines Bilderbuches passend zur epochalen Rahmenplanung. Somit gibt der Morgenkreis dem einzelnen Kind Orientierung für den Tag, und es kann entspannt und gefestigt den neuen Kindergartentag beginnen.

Beispiel: Mittagessen
An unseren langen Tagen beginnt für die einzelnen Gruppen um 11.30 Uhr das Mittagessen. Ein festes Ritual dabei ist es zuvor noch den Waschraum aufzusuchen, und sich die Hände zu waschen und abzutrocknen, ggf. zuvor noch auf die Toilette zu gehen. Zuvor haben wir unseren Gruppenraum gemeinsam aufgeräumt und den Tisch zweckmäßig gedeckt.

Da wir auch bei den Mahlzeiten auf eine harmonische und ruhige Atmosphäre und die Einhaltung von festen Tischregeln achten, beginnt das gemeinsame Essen mit einem Tischgebet, -lied oder –spruch. Die Kinder lieben diese Zeit sehr und empfinden bei leckerem Essen und den immer gleichen Ritualen Ruhe und Geborgenheit. Erst wenn alle das Essen beendet haben, geht es zum Zähneputzen usw. in den Waschraum und die Zweitkraft beginnt mit dem Tischabdecken und Geschirrspülen.