Körper

Körperbeherrschung und Motorik sind Voraussetzungen dafür, dass das Kind sich
orientieren kann und seine Umwelt begreift. Ein positives Selbst- und Körperkonzept sind
Motoren für die gesamte körperliche, soziale, psychische und kognitive Entwicklung des
Kindes. Kinder mit Trampolin und Wassespielen
Die Grundlagen hierfür, d.h. ein positives Körpergefühl, Gesundheitsbe-wusstsein, Körperpflege, Hygiene und gesunde Ernährung werden in den ersten Lebensjahren eines Kindes gelegt. Körperlich-sinnliche Erfahrungen sind dabei von entscheidender Bedeutung, denn das Kind erschließt sich seine Welt aktiv mit allen Sinnen und insbesondere in und durch Bewegung.
Auf diesem Fundament können sich grundlegende Fähigkeiten wie Gleichgewicht, Eigenwahrnehmung, ein klares Körperschema, Raumorientierung grob- und feinmotorische Bewegungskoordination und die Integration der Sinne entwickeln. Konzentration, Reaktion Leistungsfähigkeit, Ausdauer, Kreativität, emotionale und soziale Intelligenz bauen darauf auf. Denn – sich bewegen heißt selbst aktiv zu werden und dabei etwas über sich und seine räumliche und dingliche Umwelt zu erfahren und zu lernen. Den eigenen Leib erleben, ihn annehmen und in die Lebensgestaltung bewusst einzusetzen bedeutet Gewinn an Selbstvertrauen, Lebenssicherheit und Selbständigkeit.
Mit diesem Grundverständnis ermöglichen und ermutigen wir jedes Kind, seinem jeweiligen
Entwicklungsstand entsprechend, eigenaktiv zu werden, um vielfältige, bedeutungsvolle
Bewegungserfahrungen machen zu können.
Unsere diesbezüglichen einrichtungsspezifischen Ziele sehen wir entsprechend darin, den
Kindern individuell – im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten – genügend Raum, Zeit und
Begleitung zu geben, um …

  • grundlegende Bewegungsformen zu entwickeln, auf- und auszubauen sowie ihren Handlungs- und Erfahrungsraum zu erweitern
  • Bewegungsfähigkeit zu verbessern und Körperfunktionen zu schulen
  • ihren Körper und dessen Fähigkeiten kennen zu lernen, zu üben und ein Körperkonzept zu entwickeln
  • in den Bereichen Grob-, Fein-, Grapho-, Mund- und Visumotorik die konditionellen, koordinativen Fertigkeiten und Fähigkeiten zu erweitern
  • ein Gespür für die eigenen körperlichen Fähigkeiten und Grenzen sowie die der anderen zu entwickeln und anzunehmen
  • ein positives Körper- und Selbstkonzept als Grundlage für die gesamte Entwicklung entfalten zu können
  • motiviert und befähigt zu werden zur Gesunderhaltung seines Körpers beizutragen und mit vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen umzugehen
  • und auch unter erschwerten Bedingungen eigene Wege in der motorischen Entwicklung zu finden und Hilfestellungen sowie andere kompensatorische Mittel nutzen zu können.

Kinder beim KletternDies geschieht im Gruppenalltag wie in Einzelförderangeboten und in der Physiotherapie, in gestalteten wie auch in offenen Situationen (Freispiel), in gruppenübergreifenden Angeboten, bei der Nahrungsaufnahme und bei der Pflege.

Zur ganzheitlichen Förderung tragen wir weiter bei in Form von Angeboten wie …

  • Psychomotorik und Turnen
  • Bewegungs- und Sinneserfahrungen drinnen und draußen bei jedem Wetter, in der Gruppe oder mit einem oder mehreren Partnern, mit und ohne Geräte
  • Bewegungsspiele und Tänze sowie vielfältigen Bewegungsmaterialien
  • Wassergewöhnung/Schwimmen
  • Handling
  • aktivierende Lagerungsangebote und ggf. individuell angepasste Hilfsmittel
  • basale Bewegungsangebote
  • Snoezelraum, Bällchenbad und „little room“
  • vielfältige Spielplatz- und Bewegungsgeräten sowie Kinderfahrzeuge
  • Exkursionen
  • Spaziergänge über Stock und Stein, durch Wald und Feld
  • zur Bewegung gehört auch Entspannung; dazu setzen wir Entspannungsspiele und geschichten, Musik und Massagen ein und vermitteln damit den Kindern ein Gefühl der Geborgenheit und des Wohlbefindens.

Das Kind kann seine Ich-Identität nur über die Entwicklung seines Körper-bewusstseins erreichen; grobmotorische Fähigkeiten bilden die Basis für die Feinmotorik. Dabei bieten wir ihnen zum Entdecken ihrer feinmotori-schen Fähigkeiten verschiedenste Materialien, Werkzeuge und Techniken in Form von:

  • Malen und Gestalten
  • Basteln und Werken, Übungen des Schneidens, Klebens, Fädelns …
  • Steck- und Fädelspiele, Spielen mit Bausteinen, Puzzles, didaktische Materialien, Koordinations-, Sinnes- und Wahrnehmungsmaterialien sowie Fingerspiele …
  • Konstruktionsmaterialien
  • stetige Möglichkeiten in alltäglichen Handlungssituationen zur Selbstversorgung, welche u.a. die Bereiche der Nahrungsaufnahme, Körper- und Förderpflege, des An- und Auskleidens umfassen, immer mehr Eigenaktivität und damit Handlungskompetenz zu entwickeln

Kind beim schwimmen / tauchen

Auch ist der Bereich der Gesundheitserziehung in unserem Kindergarten ein durchgängiges Prinzip, da physische und psychosoziale Gesundheit elementare Voraussetzung für die Bildung/Förderung, Entwicklung und das Wohlbefinden der Kinder ist; Ziele und Inhalte werden weitgehend in alltäglichen Situationen und Abläufen integrieren und gelebt. Bei allen Aktivitäten achten die Lehr- und Betreuungskräfte auf Hygiene, Sauberkeit und Körperpflege der Kinder und motivieren diese dazu ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu entwickeln.

Beispiele hiefür sind:

  • abwechslungsreiche, gesunde Nahrung/Getränke bei den gemeinsamen Mahlzeiten
  • Koch-/Backaktivitäten mit den Kindern
  • Tischkultur vermitteln (z.B. Danke, Bitte, gemeinsamer Anfang – Ende…)
  • Vermittlung von Hygieneregeln (z.B. Hände waschen, Naseputzen, sich duschen, nach dem Schwimmen frische Unterwäsche, witterungsbedingtes kleiden …)
  • Körperteile eincremen, -ölen (z.B. Sommer – Sonnenmilch, -hut …)
  • genügend Raum für Bewegung und Entspannung
  • Stärkung der Selbstwirksamkeit, des Selbstbewusstseins, der Eigenverantwortung und auch Konfliktfähigkeit der Kinder
  • Hygieneplan für die Einrichtung
  • Merkblätter für die Erziehungsberechtigten zum Infektionsschutzgesetz
  • Grundkenntnisse über den eigenen Körper
  • Vermeiden von Unfällen (richtiges Verhalten im Straßenverkehr, Regeln beachten …)

Zähneputzen am MpdellDas Gefühl für den eigenen Körper und das Erkennen der Bedürfnisse ist Grundvoraussetzung für die ersten Schritte in die Selbständigkeit, für das Erkennen und Einschätzen von Gefahren.

Wir fördern die entwicklungsgemäße Selbständigkeit der Kinder durch viele Übungen des praktischen, täglichen Lebens in Alltagssituationen. „Lernen durch Tun“ ist unser Motto und geschieht z.B. durch Körperpflege wie An-/Ausziehen, Tisch decken und abräumen, aufräumen, alleine Essen und Tr
inken lernen …
Wir vergessen dabei nicht, dass Kinder individuelle Bedürfnisse haben. Sie sind auf die Vermittlung überwiegend körperbezogener und körper-naher Erfahrungen durch vertraute Menschen angewiesen.
Sie brauchen nicht nur ein Lernfeld in einer entwicklungsfördernden Atmosphäre, das sie zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit, zur Selbständigkeit und zum Ausbau ihrer Fähigkeiten ermutigt – sie benötigen auch dabei emotionale Wärme, tief greifendes Empfinden und Verstehen sowie große Wertschätzung ihrer Person.